ETF steht für Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds. Ein ETF bildet in der Regel einen Index nach, zum Beispiel den MSCI World oder den S&P 500, und investiert damit breit gestreut in hunderte oder sogar tausende Unternehmen gleichzeitig. Der große Vorteil liegt auf der Hand: Du brauchst wenig Startkapital, du kannst schon mit 25 Euro im Monat einsteigen, und der Aufwand ist minimal. Einmal einrichten, Sparplan laufen lassen, fertig.
Historisch gesehen hat der MSCI World über lange Zeiträume eine durchschnittliche Rendite von rund sieben bis acht Prozent pro Jahr erzielt. Klingt überzeugend. Und für viele Menschen ist ein ETF Sparplan tatsächlich der erste richtige Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit. Der Haken ist jedoch, dass diese Rendite komplett von den Launen der Kapitalmärkte abhängig ist. In einem Crash wie 2008 oder 2020 kann dein ETF Depot innerhalb von Wochen 30, 40 oder sogar 50 Prozent an Wert verlieren. Auf dem Papier. Wer dann verkauft, realisiert den Verlust. Wer standhaft bleibt, erholt sich irgendwann. Aber psychologisch ist das alles andere als einfach.
Ein weiterer Punkt, der selten offen angesprochen wird: ETFs bauen kein Hebelvermögen auf. Du investierst nur das, was du selbst angespart hast. Die Bank leiht dir für einen ETF kein Geld. Das bedeutet, dass dein Vermögensaufbau im direkten Verhältnis zu deiner Sparquote steht. Wer 200 Euro im Monat investiert, baut entsprechend langsam auf.